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Blütenzauber in den Dörfern

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24.05.2017 26 Landkreis-Kommunen beteiligen sich, Ansaat hat begonnen

Blütenzauber statt steriler Flächen, ein reich gedeckter Pollentisch für Bienen statt Schotterplätzen und Lebensraum für Insekten statt Zierpflanzen: Mit dem LEADER-Projekt „Blütenzauber in unseren Dörfern“ wollen 26 Landkreis-Kommunen etwas für die Natur tun.

Nach der Vorarbeit und Planung in den letzten Jahren beginnt nun die Ansaat, zu der sich symbolisch im Rainer Ortsteil Dürnhart auf Einladung der örtlichen Bürgermeisterin Anita Bogner auch Landrat und Vereinsvorsitzender Josef Laumer eingefunden hat. Insgesamt werden 88 Blühflächen in den beteiligten Städten, Märkten und Gemeinden mit einer Gesamtfläche von rund 5.500 Quadratmetern angesät.

„Wir hoffen, dass wir in der kommenden Woche mit der Ansaat in allen Gemeinden durch sind“, so Kreisfachberater und Projektbetreuer Harald Götz. „Wenn dann auch noch das Wetter mitspielt, könnten in vier bis sechs Wochen die ersten zaghaften Blüten zu sehen sein.“ Doch Götz mahnt auch zur Geduld. „Das ist bei solchen mehrjährigen Ansaaten das Wichtigste: Geduld. Die Keimlinge benötigen erst einige Zeit zu deren Entwicklung und meist kommen dann auch noch die Beikräuter mit dazu, so dass es einfach erst einmal dauert, bis sich solche Flächen entwickelt haben.“ Entscheidend sei aber die Nachhaltigkeit des Projekts, das über das EU-Förderprogramm LEADER im Rahmen eines Kooperationsprojektes zusammen mit dem Kooperationspartner Landkreis Regensburg zu 60 % gefördert wird. „Es geht darum, die Bedeutung und auch die Kenntnis über heimische Blühpflanzen im Bewusstsein der Leute zu verankern“, betont Götz. Neben der notwendigen Ressourcen für Bienen dienen diese artenreichen Blühwiesen auch vielen heimischen Insektenarten zum Überwintern und als Nahrungsquelle. „Auch zu Zeiten des Spätwinters, wo der Blütenzauber im Auge des Betrachters vielleicht eher ein dürrer und niedergedrückter Stängel ist. Aber wer weiß, welches Leben sich auch dann dort abspielt, der wird dies mit einem anderen Auge sehen", macht Götz deutlich.

Entsprechend freut sich auch Landrat Laumer über das Projekt: „Der Landkreis hat sich das an die Fahnen geheftet und es ist erfreulich, dass sich zwei Drittel der Landkreis-Kommunen gemeinsam dafür einsetzen. Wilde Blühflächen mitten in die Dörfer, Städte und Märkte zu holen, ist ein relativ neuer Ansatz.“ Rains Bürgermeisterin Anita Bogner machte deutlich, dass der Blütenzauber nicht nur der Natur zu Gute kommt: „Am Ende hilft es vor allem auch den Menschen. Geht es der Natur gut, geht es auch den Menschen gut.“ Ähnlich sieht dies auch LAG-Managerin Josefine Hilmer: „Nicht ohne Grund wirbt auch das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten immer wieder für eine insektenfreundliche Flächenbewirtschaftung. Mit seinem Gesamtansatz wird das Kooperationsprojekt das Image der Partnerregionen durch den verantwortungsvollen und langlebigen Einsatz zur Erhaltung von Lebensräumen für die bedrohte Pflanzen- und Insektenwelt mitprägen und neu untermauern. Und auch auf die weiteren Projekt-Bausteine darf man gespannt sein“, so Hilmer.

Doch jetzt heißt es erst mal: Geduld üben, bis der Blütenzauber im Landkreis in voller Pracht zu sehen ist. „Darauf freue ich mich wirklich schon, die blühenden Flächen zu sehen“, so Landrat Josef Laumer – und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: „Aber ich weiß, Herr Götz, ich muss mich gedulden.“

Bild: Landrat Josef Laumer, Rains Bürgermeisterin Anita Bogner, LAG-Managerin Josefine Hilmer und Kreisfachberater und Projektleiter Harald Götz (von links) bei der symbolischen Ansaat.

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