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Starke Eltern - starke Kinder! Grenzen setzen, aber wie?

11.07.2018 KoKi-Vortragsreihe beschäftigte sich mit dem Thema „Grenzen setzen in der Kindererziehung“

Tanja Schütz (links) und Julia Drotleff vom Deutschen Kinderschutzbund e.V. im Rahmen ihres Vortrages.
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Viele Eltern fühlen sich heute bei der Erziehung ihrer Kinder verunsichert. Welche Grenzen sind für mein Kind sinnvoll und notwendig? Darf ich zu meinem Kind überhaupt „nein“ sagen? Wie sollen wir mit gut gemeinten Ratschlägen aus der Nachbarschaft oder Verwandtschaft umgehen?

Zu all diesen Fragestellungen hatte sich eine Vielzahl junger Eltern mit ihren Säuglingen im Familienhaus Straubing versammelt. Denn Sozialpädagogin Julia Drotleff und Tanja Schütz vom Deutschen Kinderschutzbund e.V. referierten im Rahmen der KoKi-Vortragsreihe zum Thema „Grenzen setzen in der Kindererziehung“.

Die Referentinnen brachten zum Ausdruck, dass sich jedes Kind generell einzigartig entwickle und deshalb Vergleiche mit anderen Kinder nicht sinnvoll seien und es auch keine generelle Anleitung zu diesem Themenbereich gäbe.

Wichtig sei es, den häuslichen Stress möglichst gering zu halten und mit den eigenen Kräften zu haushalten. „Das Leben mit einem Kind unterscheidet sich generell von einem Leben ohne Kind“, so Julia Drotleff. Eigene Gewohnheiten und das häusliche Umfeld sollten nach Möglichkeit kindgerecht umgestellt werden, schon dadurch ließe sich so mancher häusliche Stress minimieren.

„Kinder brauchen Regeln, um sich in der Welt  orientieren zu können. Regeln geben den Kindern zudem Sicherheit“, führte Tanja Schütz aus. Es sei jedoch hilfreich sich auf einige wesentliche Regeln zu konzentrieren und diese auch konsequent zu verfolgen. „Hier spielt das Vorbild der Eltern eine maßgebliche Rolle, da Kinder ihre Eltern nachahmen“, so die Referentin.

Generell sei es hilfreich bestimmte Situationen mit dem Kind auszuhandeln und das Kind altersgemäß zu beteiligen. Das kann zum Beispiel beim Sonntagsausflugsprogramm der Fall sein.  Es gibt aber auch Situationen, die nicht verhandelbar sind. Dies muss den Kindern klar kommuniziert werden.

Wichtig sei es, mit dem Kind von klein auf zu sprechen und bei jeder Handlung zu erklären, was als nächstes passieren wird, auch wenn das Kind selber noch nicht sprechen kann. Mit dem Kind soll möglichst klar kommuniziert werden, so dass für den Nachwuchs deutlich  erkennbar ist, welches Verhalten gewünscht wird. So z. B. „trage das Glas vorsichtig mit beiden Händen zum Tisch“ anstelle von „lass das Glas nicht fallen“.

Im Vortrag gab es Anregungen wie man Kinder in der Altersgruppe 0 – 3 Jahren durch gezielte Ablenkung aus einer Trotzphase herausholen kann. „Wichtig ist es, das Kind in dieser Situation niemals auszulachen, sondern in seinen Gefühlen ernst zu nehmen“, so Julia Drotleff. Auch Eltern sollten ehrlich zu ihren Gefühlen stehen und dem Kind nie etwas vorspielen, wenn sie selber belastet oder traurig sind.

Anhand des Beispiels vom tobenden Kind im Supermarkt  bekamen die Eltern Anregungen wie sie in dieser Situation angemessen reagieren können -  auch im Hinblick auf mögliche Einmischungen durch andere Personen.

Erziehung beginnt ab der Geburt des Kindes. Anfangs durch die Einführung eines festen Tagesablaufs und bestimmter Rituale, an denen sich das Kind orientieren kann. „Erziehung ist eine anstrengende Arbeit“, so Tanja Schütz. Wichtig sei es deshalb, dass sich Eltern „Inseln“ zur Erholung und zum Krafttanken schaffen. Beispiele dafür wurden von den anwesenden Eltern gemeinsam zusammengetragen.

Julia Drotleff betonte: „Sie dürfen im Erziehungsalltag negative Gefühle haben, aber sie dürfen diese nicht in die Tat umsetzen. Sie müssen als Eltern nicht perfekt sein und geben trotzdem ihr Bestes. Ihr Kind wird sich später an schöne gemeinsame Aktivitäten erinnern, aber nicht an eine perfekt aufgeräumte Wohnung.“

Info:

Der Deutsche Kinderschutzbund bietet regelmäßig Kurse zum Thema „Starke Eltern – starke Kinder“ für unterschiedliche Entwicklungsphasen der Kinder an. Die nächsten Termine können beim Kinderschutzbund unter der Rufnummer 09421/ 7899404 erfragt werden.

Die beiden KoKi-Mitarbeiterinnen verweisen bezüglich Erziehungsfragen u.a. auf die Internetportale: www.elternbriefe.bayern.de und www.elternimnetz.de . Auf beiden Seiten könnten Eltern hilfreiche Informationen und Tipps finden.

Die KoKi-Vortragsreihe macht im August Sommerpause.

Weiter geht es am 25.09.2018 um 9.30 Uhr mit dem Vortrag: „Schlaf Kindlein, schlaf doch endlich!“ Am 11.10.2018 wird um 14.30 Uhr das Thema „Elterngeld, Kindergeld & Co behandelt. „Kinderernährung von A bis Z, von Geburt bis zum 3. Lebensjahr“ heißt der Vortrag am 16.11. um 9.30 Uhr. Die Vortragsreihe 2018 schließt mit dem Thema: „Der weibliche Körper und seine Veränderungen in der Schwangerschaft und bei der Geburt“ ab.

Sämtliche Vorträge sind kostenfrei, eine Anmeldung dazu ist nicht erforderlich. Säuglinge können zum Vortrag in die Eichendorffstr. 11 in Straubing gerne mitgebracht werden.

Die KoKi-Vortragsreihe findet in Zusammenarbeit mit der Schwangerenberatungsstelle Donum Vitae e.V. statt. Informationen zu den Angeboten gibt es dort oder bei Rosi Rinkl im Landratsamt bzw. Andrea Bär im Sozialen Rathaus.

Bild: Tanja Schütz (links) und Julia Drotleff vom Deutschen Kinderschutzbund e.V.

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