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Neuauflage Jugendhilfeplanung

11.05.2018 Neu formierte Arbeitsgruppe traf sich zur Auftaktveranstaltung in Windberg

Die Stellvertretende Landrätin Barbara Unger (rechts) bedankt sich bei Referentin Manina Ott mit einem Gastgeschenk für ihren Vortrag.
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In den Räumlichkeiten der Jugendbildungsstätte Windberg fand die Auftaktveranstaltung zur Neuaufnahme der Jugendhilfeplanung für den Landkreis Straubing-Bogen statt. Die Mitglieder der neu formierten Arbeitsgruppe wurden von der Stellvertretenden Landrätin Barbara Unger als Leiterin der Arbeitsgruppe begrüßt.

„Ich danke allen für die Bereitschaft, aktiv an der Jugendhilfeplanung mitzuarbeiten“, so die Stellvertretende Landrätin. Denn jede Kreistagsfraktion hat einen Vertreter für die Arbeitsgruppe entsandt, ebenso sind zwei Bürgermeistervertreter und Vertreter der freien Träger eingebunden.

Als Schwerpunktthemen, die von der Arbeitsgruppe nunmehr abgearbeitet werden sollen, haben sich nach entsprechenden Umfragen  im Vorfeld die kommunale Jugendarbeit -jugendgerechte Kommune/Jugendpolitik - und die Integration von zugewanderten Neubürgen herausgestellt.

Der eintägige Workshop hatte zum Ziel, für beide Themenbereiche durch verschiedene Fachleute die notwendigen Inputs zu bekommen, um eine möglichst gute Basis für die Arbeitsgruppenmitglieder zum  Einstieg in die praktische Arbeit zu bekommen.

Zum Thema jugendgerechte Kommune/Jugendpolitik gab es einen sehr kurzweiligen Vortrag von Winfried Pletzer, langjähriger Referent beim Bayerischen Jugendring für kommunale und gemeindliche Jugendarbeit. Neben einer Darstellung der gesetzlichen Grundlagen war ein weiterer Schwerpunkt die Kinder- und Jugendhilfe in neuer Verantwortung - gestützt auf die wesentlichen Stichpunkte aus dem Kinder- und Jugendhilfebericht der Bundesregierung. „Die Strukturen des Aufwachsens haben sich verändert und unterschiedliche Risikofaktoren führen zu höchst unterschiedlichen Voraussetzungen im Heranwachsen unserer Kinder“, erläuterte Winfried Pletzer.

Daneben seien Kinder viel stärker im Fokus der gesellschaftlichen Wahrnehmung - die Anforderungen an Familien sind anders. „Kindheit und Jugend spielen sich nicht nur im Familiensystem ab, sondern in Verschränkung mehrerer Akteure“, machte Pletzer deutlich. Die Kindheit wird zunehmend betreuter und institutionalisierter; es findet eine Verknüpfung von „Familienkindheit“ und „betreuter Kindheit“ statt. „Wir müssen die Jugend als eigenständige Lebensphase betrachten und Jugend ermöglichen“, so Pletzer weiter. Herausforderungen hierbei seien u. a. die demographische Entwicklung und die Migration.

Das präsentierte statistische Zahlenmaterial aus einzelnen Landkreisgemeinden und diverse Praxisbeispiele machten den Mitgliedern der Arbeitsgruppe den Handlungsbedarf nochmals sehr deutlich. Der Referent schloss seinen Vortrag mit den Worten: „Eine erfolgreiche kommunale Jugendpolitik ist künftig ein Standortfaktor für die Gemeinden und die Wirtschaft!“

Manina Ott, ebenfalls Referentin beim Bayerischen Jugendring, widmete sich dem zweiten Schwerpunktthema Integration von zugewanderten Neubürgern. Sie stellte zunächst  das Aktionsprogramm „Flüchtlinge werden Freunde“ vor, welches im Herbst 2015 mit 7 Projektregionen gestartet ist. Ziel dieses Aktionsprogramms ist, die Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten in Bayern zu fördern. Für Niederbayern sind die Kommunale Jugendarbeit der Stadt Straubing und der Kreisjugendring Straubing-Bogen Projektpartner. Ott berichtete von den bisherigen Erfahrungen in den einzelnen Projektregionen.

Integration sei ein auf Gegenseitigkeit beruhender, dialogischer Aushandlungsprozess der Regeln und Haltungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, so die Referentin. „Sie kann nur als gelungen verstanden werden, wenn die vier Dimensionen der politischen Partizipation, emotionalen Verbundenheit, sozialen Einbindung und wirtschaftlichen Sicherheit gewährleistet sind“, so Ott.

Doris Kohl, Leiterin Soziale Dienste für Jugend und Familie am Landratsamt Straubing-Bogen und der Geschäftsführer des Kreisjugendrings, Richard Maier, berichteten anschließend  jeweils aus ihrem Fachbereich über die bisherigen Erfahrungen in der Arbeit mit zugewanderten Neubürgern und deren Belange.

Abschließend wurde vereinbart, dass sich die Arbeitsgruppe Jugendhilfeplanung bereits im Juni wieder trifft und in die aktive Praxisarbeit einsteigt.

Foto: Die Stellvertretende Landrätin Barbara Unger (rechts) bedankt sich bei Referentin Manina Ott mit einem Gastgeschenk.

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