Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Reden statt schimpfen

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16.02.2018 Runder Tisch zwischen Bau-Innung und Landratsamt bringt konstruktive Zukunftslösungen

Es ist immer besser, wenn man miteinander redet: Dieses Fazit zogen die Beteiligten eines Runden Tisches, zu dem sich Vertreter der Bauverwaltung des Landratsamtes Straubing-Bogen – mit Landrat Josef Laumer an der Spitze – mit dem Obermeister der Bau-Innung, Georg Maierhofer, trafen. Mit dabei waren auch Vertreter der Gemeinde Leiblfing und mit Tobias Zellmeier und August Dünstl zwei weitere Unternehmer aus der Region.

Den Grund für das Treffen skizzierte Maierhofer: „Bauanträge dauern einfach zu lange. Dieses Thema beschäftigt viele Betriebe der Bau-Innung.“ Der Obermeister stellte einige konkrete Fallbeispiele vor. „Wir werden uns diese Fälle ansehen und schauen, wo der Fehler lag“, versprach Landrat Josef Laumer. Und er fügte hinzu: „Ich bin froh, wenn konkrete Dinge genannt werden. Denn eine Verallgemeinerung ist nicht hilfreich und hält genaueren Überprüfungen oftmals auch nicht stand.“ So zeigte der Landrat Verständnis für beide Seiten, machte aber auch ganz deutlich: „Es liegt sehr häufig nicht am Landratsamt. Es sind viele andere Fachstellen betroffen, aber trotzdem kommen die Vorwürfe am Ende bei uns an, weil wir eben die Bauanträge final unterschreiben.“ Ein weiterer entscheidender Punkt: „Ein Hauptgrund, warum es manchmal länger dauert, ist die Qualität der Unterlagen. Die Anzahl der Fälle, in denen etwas abgeht, tendiert in Richtung 50 Prozent“, machte Petra Harant, zuständige Abteilungsleiterin am Landratsamt, deutlich. „Es ist unfair, wenn diese Versäumnisse dann vergessen werden und man den Mitarbeitern im Amt dafür Vorwürfe macht“, unterstrich Landrat Laumer. „Und häufig ist es auch so, dass die Leute sehr lange überlegen, bis sie eine Entscheidung zu einem Bauprojekt fällen, dann brauchen auch die Planer noch Zeit, aber im Landratsamt soll dann die Baugenehmigung schnell binnen kürzester Frist gehen.“

Viel wichtiger war beiden Seiten aber ohnehin der Blick nach vorne, sprich Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft zu finden. Und hier waren sich sowohl die Vertreter des Landratsamtes wie auch des Baugewerbes einig: „Das Ziel und der Anspruch muss es sein, einen Zielkorridor von drei Monaten bis zur Genehmigung zu erreichen.“ Maßnahmen auf dem Weg dorthin wurden vorgestellt und auch gemeinsam erarbeitet. „Wir werden in der Bauverwaltung 1,5 neue Stellen schaffen“, berichtete der Landrat. Gemeinsam soll zudem ein Empfehlungsschreiben an die Innungsbetriebe versendet werden, welche Dinge beim Bauantrag besonders zu beachten sind, damit es nicht zu Verzögerungen kommt. „Analog zur Checkliste, die das Landratsamt bereits vor ca. zwei Jahren erstellt hat und die wirklich sehr hilfreich ist“, so Maierhofer.

Hilfreich ist es auch, wenn die Nachbarn bereits vom Bauherrn beteiligt werden und auf Hinweis des Bauamts zusätzliche Planmappen eingereicht werden, so dass diese parallel an alle zu beteiligenden Fachstellen verteilt werden können. Auch eine zentrale Person, die sich bei größeren Objekten mit allen Beteiligten wie Fachstellen und Firmen zusammensetzt, um schnell und rationell die Probleme anzusprechen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wurde von Seiten der Verwaltung angesprochen.

Eine weitere Digitalisierung im Bereich der Bauanträge wurde von Unternehmerseite angeregt. Beispielsweise mit Apps, bei denen sich jeder Schritt bis zur Genehmigung nachvollziehen lässt. „In Zukunft wird hier sicher noch mehr passieren, das lässt sich nicht aufhalten“, ist sich Landrat Laumer sicher. Allerdings: „Es müssen dafür alle beteiligten Stellen und Ämter auf demselben Stand sein, was den Bereich E-Government betrifft. Es hilft nichts, wenn das zum Beispiel beim Landratsamt verfügbar ist, aber in anderen Bereichen nicht.“

Am Ende waren alle mehr als zufrieden mit dem über eineinhalbstündigen Gedankenaustausch. „Ich bin dankbar, dass es Leute wie Herrn Maierhofer in unseren Landkreis gibt, die anpacken und Projekte verwirklichen. Ein großes Kompliment dafür. Der heutige Tag hat gezeigt, dass es immer besser ist, wenn man miteinander spricht. Wir haben gemeinsam gute Lösungen gefunden.“ Das sah auch Georg Maierhofer so: „Es ging nicht darum zu schimpfen, sondern Probleme aufzuzeigen und anzusprechen und diese aus dem Weg zu räumen. Ich habe ja auch Verständnis dafür, dass derzeit ein großer Bauboom herrscht mit einer entsprechenden Arbeitsbelastung der Verwaltungsmitarbeiter. Und es ist mir klar, dass man nicht sofort x-beliebig neue Mitarbeiter einstellen kann. Mit der geplanten Schaffung von 1,5 neuen Stellen in der Bauverwaltung sind aber auch wir Innungsbetriebe sehr zufrieden.“

Foto: Innungs-Obermeister Georg Maierhofer (3. von rechts) mit seiner Familie und Tobias Zellmeier und August Dünstl (links daneben) beim Gespräch mit Vertretern des Landratsamtes Straubing-Bogen mit Landrat Josef Laumer an der Spitze (3. von links) und Vertretern der Gemeinde Leiblfing (Bürgermeister Wolfgang Frank und Geschäftsleiter Hans Haider).

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