Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Geballtes Wissen, gut aufbereitet

Theoretischer Unterbau und Praxisberechnungen

33 Biogasanlagen-Betreiber nutzten Intensiv-Seminar zur Wärmeoptimierung der Bioenergie-Region mit Cham und C.A.R.M.E.N 

 

Ein durchwegs positives Fazit konnten Laura Osterholzer von der Bioenergie-Region Straubing-Bogen und Matthias Wiedemann vom Zukunftsbüro der Partnerregion Cham nach einem zweitägigen Intensivseminar in Sattelborgen (Gemeinde Traitsching) ziehen. Mit Unterstützung von Experten wie Melanie Arndt, Ulrich Kilburg, Hubert Maierhofer und Robert Wagner vom Auftragnehmer C.A.R.M.E.N wurden die unterschiedlichsten Aspekte rund um die Wärmenutzung von Biogasanlagen beleuchtet. Weitere Referenten wie Susanne Lindenberger von der Kanzlei Paluka Sobola Loibl & Partner oder Micha Klewar von der PwC Legal AG behandelten die juristischen Seite oder gaben, wie Julia Haller, Einblicke ins Bioenergiedorf Schäferei.

Zu den erklärten Zielen der Bioenergie-Region Straubing-Bogen gehört es, die Effizienz und die Wertschöpfung der Bioenergienutzung zu steigern. Neben einer Reihe anderer Schwerpunkte hat man zusammen, auch was die Finanzierung betrifft, mit der Partnerregion Cham das Intensivseminar realisiert. Möglich werden solche Veranstaltungen dank der Mittel des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, das der Vorzeige-Region Straubing-Bogen in der zweiten Projektphase bis Juli 2015 rund 330.000 Euro für nicht-investive Projekte zur Verfügung gestellt hat. In den Landkreisen Straubing-Bogen und Cham gibt es zirka 95 Biogasanlagenstandorte. 33 Betreiber aus beiden Landkreisen nutzten die exklusive Möglichkeit, sich im Bereich Wärmenutzung fortzubilden: Sie ließen sich unter anderem über Themen wie Nahwärmenetze, Technik und Ökonomie sowie Auslegung von Rohrleitungen und Pumpen informieren bzw. sich in punkto Wärmevermarktung im Hinblick auf Argumente und Vorgehen inspirieren. Nach soviel geballtem und gut aufbereitetem Wissens-Transfer konnten die Organisatoren Laura Osterholzer, Netzwerkmanagerin der Bioenergie-Region Straubing-Bogen, und Matthias Wiedemann, Projektbetreuer aus dem Zukunftsbüro der Kreiswerke Cham mit Recht hoffen, dass die Teilnehmer von dem Seminar viel profitiert haben und Maßnahmen umsetzen können. Denn acht Teilnehmer signalisierten weiteren Unterstützungsbedarf seitens der Bioenergie- Region Straubing-Bogen und der Partner-Region Landkreis Cham bei der Umsetzung konkreter Projekte.

 

Weit mehr als die Hälfte der Teilnehmer hielten in einem abschließend verteilten Fragebogen fest, dass sie sich für das Thema „Alternative Energiepflanzen“ interessieren. Zudem äußerten etwa 50 Prozent der Anwesenden weiteren Informationsbedarf in Punkten wie der  Flexibilitätsprämie oder auch zu individuellen Fragestellungen.  Als „besonders aufschlussreich und wichtig“ wurde seitens etlicher Seminarteilnehmer der juristische Teil bewertet. Anwältin Susanne Lindenberger verschaffte den Zuhörern strukturiert einen Überblick über die EEG-Versionen mit den jeweiligen Rechten und Pflichten. Hier erfuhr so mancher Seminarteilnehmer, dass man den Preis für die Wärmelieferung nicht nur an den Heizölpreis koppeln darf und dass ein nach AVB geschlossener Fernwärmevertrag eine Lieferpflicht nach sich zieht, samt Liefergarantie. Wichtig sei auch Grunddienstbarkeiten vor dem ersten Spatenstich eintragen zu lassen.

„Die Infos zur Vertragsgestaltung waren interessant“ meinte ein Teilnehmer. Er sprach vielen aus der Seele, denen die Aufbereitung der juristischen Aspekte am wichtigsten erschien. Daneben bot sich mit den spannenden Ausführungen über „Aquakulturen“ von  Dr. Helmut Wedekind, Institut für Fischerei der Landesanstalt für Landwirtschaft, auch ein allgemeiner Exkurs in Randgebiete zur Abwärmenutzung. Auch das Technische kam mit einem Vortrag über die Auslegung von Rohrleitung und Pumpen nicht zu kurz. Mit seinen Betrachtungen über mobile Wärmespeicher blickte Robert Wagner in die Zukunft. Er berichtete unter anderem von einem Pilotbetrieb des Fraunhofer Instituts „Umsicht“ mit dem ATZ in Sulzbach-Rosenberg. 

Beim Nachmittags-Workshop am zweiten Tag vertiefte Melanie Arndt den Themenbereich „Wärmenetze“ mit Berechnungen und individuellen Ratschlägen für einzelne Teilnehmer, die Gruppe Robert Wagners setzte sich mit der Entwicklung von Wärmekonzepten auseinander.  An einem dritten runden Tisch behandelte  Hubert Maierhofer die Möglichkeiten der Wärmenutzung zur Trocknung von landwirtschaftlichen Gütern.  Alle C.A.R.M.E.N.-Vertreter sowie die beiden Vertreter der Zukunftsbüros der Landkreise Straubing-Bogen und Cham boten der Seminar-Runde an, für weitere Fragen zur Verfügung zu stehen. Nicht zuletzt bekamen alle  Teilnehmer  die Vorträge in einer Info-Mappe zum Nachlesen mit nach Hause.