Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Hochwasserlage am MIttwochabend

Zustand der Deiche weiter bedenklich

Evakuierungen bleiben trotz sinkendem Pegel notwendig

 

Bei einer Lagebesprechung um 18.30 Uhr im Krisenstab am Landratsamt Straubing-Bogen wiesen Landrat Alfred Reisinger und die Vertreter des Wasserwirtschafsamtes nochmals ausdrücklich darauf hin, dass die Gefahr von Deichbrüchen auch bei sinkenden Pegeln weiterhin besteht. Der Pegel Straubing ist zwar zwischenzeitlich auf  7,77 Metern (Stand 20.00 Uhr) gesunken, aber er geht nur langsam zurück. Aufgrund der aufgeweichten Deiche besteht weiterhin die Gefahr von Überflutungen. Die neueste Prognose des Wasserwirtschaftsamts geht für den Pegel Straubing für den späten Donnerstagnachmittag von einem Pegelstand von unter 7 Metern aus Dennoch müssen auch die gestern ausgesprochenen Evakuierungen für die Ortschaften Reibersdorf, den Bereich um Scheften, die Ortschaften Sand, Hermannsdorf, Asham, Hunderdorf, Rohrhof und Ainbrach sowie Entau und Sophienhof und den gesamten Polder Sulzbach (u.a. die Ortschaften Waltendorf, Loham, Hundldorf, Mariaposching) weiterhin aufrecht erhalten bleiben. Die Bewohner dieser Orte werden dringend aufgefordert, sich aus den gefährdeten Gebieten zu entfernen und erst dann dahin zurückzukehren, wenn eine entsprechende Meldung erfolgt. Die Sammelunterkünfte in Niederwinkling, Schwarzach, Parkstetten, Kirchroth und Aiterhofen stehen weiterhin offen.

 

Der Schwerpunkt der Arbeiten der Einsatzkräfte lag den ganzen Mittwoch über in der Deichsicherung. Nachdem die Donaudeiche in den Bereichen zwischen Reibersdorf und Bogen, Sand und Irlbach sowie zwischen Pfelling und Mariaposching durch einen immensen Personaleinsatz von Feuerwehr, Bundeswehr und Mitarbeitern des Kreisbauhofs verstärkt wurden, bildete der Deich des Kinsachableiters bei Oberalteich einen neuen Einsatzschwerpunkt. Auch hier musste der Deich durch fachmännische Schüttungen verstärkt werden. Diese Arbeiten dauern am Mittwochabend noch an. Im Schnitt sind ständig rund 300 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz. Insgesamt wurden seit Beginn der Hochwasserkatastrophe ca 2340 Feuerwehrleute aus 117 Feuerwehren im Landkreis Straubing-Bogen eingesetzt. Neben den Arbeiten am Deich sind ständige Kontrollen der Deiche eine wichtige Aufgabe der Einsatzkräfte.

 

Das Landratsamt hat für Schaulustige und „Hochwassertouristen“ ein Betretungsverbot für die Deiche und Deichhinterwege ausgesprochen, welches notfalls von den Einsatzkräften und der Polizei durchgesetzt wird. Wer sich unbefugt auf die Deiche begibt, bringt sich damit unnötig selbst in Gefahr und behindert unter Umständen die Einsatzkräfte.

 

Angespannt ist derzeit auch die Verkehrssituation im Landkreis. Aufgrund der Sperrung der Autobahn A 3 konzentriert sich der gesamte überregionale Verkehr derzeit auf die Bundesstraßen B 8 und B 20 sowie auf die Staatsstraße 2125 von Straubing über Bogen nach Metten. Deggendorf selbst ist derzeit nur noch aus dem Bayerischen Wald (ab Metten ausgeschildert) zu erreichen. Auch der Verkehr um die Stadt Straubing ist gerade zu Stoßzeiten sehr intensiv, weshalb man für Fahrten nach Straubing derzeit etwas mehr Zeit einplanen muss.

 

Besorgte Bürger können sich auch weiterhin an das Bürgertelefon am Landratsamt Straubing-Bogen unter Telefon 09421/973-332 wenden.

 

Am wichtigsten ist die Mitteilung, dass die von der Evakuierung betroffenen Gebiete auch weiterhin gefährdet sind und bis auf Weiteres nicht betreten werden dürfen.