Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Information zur Heizöllagerung in Überschwemmungsgebieten

Beim jüngsten Hochwasserereignis waren insbesondere in den Landkreises Deggendorf und Passau sowie in der Stadt Passau erhebliche Schäden an Gebäuden und Mobiliar zu verzeichnen, die auf auslaufendes Heizöl zurückzuführen sind. Derartige Schäden treten insbesondere dann auf, wenn Heizöltanks durch das Wasser gequetscht, aufgetrieben oder umgekippt werden. Vereinzelt dringt Wasser auch über Lüftungsleitungen und ähnliche Anschlüsse in die Lagertanks ein und verdrängt dabei das leichtere Heizöl aus den Behältern. Überwiegend entfällt hinsichtlich derartiger Schäden wegen der Verletzung der Schadensminderungspflicht bzw. dem überwiegenden Mitverschulden des Versicherten dessen Versicherungsschutz gänzlich, was beim Eigentümer nicht selten zu einer Existenzgefährdung führen kann.

Das Landratsamt Straubing-Bogen weist darauf hin, dass Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen – insbesondere Heizölverbraucheranlagen – in festgesetzten oder vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten nur aufgestellt, errichtet und betrieben werden dürfen, wenn 

sie so aufgestellt sind, dass sie vom

  • Hochwasser nicht erreicht werden können oder 
  • Anlagen und Anlagenteile so gesichert sind, dass sie bei Hochwasser nicht aufschwimmen oder ihre Lage verändern können. Sie müssen mindestens eine 1,3-fache Sicherheit gegen Auftrieb der leeren Anlage oder des leeren Anlagenteils haben

und

  • Anlagen und Anlagenteile so aufgestellt sind, dass bei Hochwasser kein Wasser in Entlüftungs-, und Befüllöffnung sowie sonstige Öffnungen in der Anlage eindringen kann und eine mechanische Beschädigung bspw. durch Treibgut oder ähnliches ausgeschlossen ist. 
  • neue Anlagen unterliegen einer Überprüfungspflicht durch einen anerkannten Sachverständigen auf Einhaltung der o. g. Anforderungen vor Inbetriebnahme.

Alle bereits in Betrieb genommenen Gebäude oder im Freien aufgestellten Tankanlagen für Heizöl (oder ähnliche Wasser gefährdende Stoffe wie bspw. Diesel) mit einem Volumen größer 1.000 bis 10.000 Liter, die sich in einem festgesetzten oder vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet befinden, sind einmalig von einem Sachverständigen auf ihren ordnungsgemäßen Zustand hin überprüfen zu lassen.

Im Landkreis Straubing-Bogen sind für nachstehende Gewässer Überschwemmungsgebiete festgesetzt, bzw. vorläufig gesichert: 

  • Donau (Gemeinden Aholfing, Aiterhofen, Atting, Irlbach, Kirchroth, Mariaposching, Niederwinkling, Parkstetten, Stadt Bogen, Steinach und Straßkirchen; siehe Amtsblatt Nr. 14 vom 26.05.2008) 
  • Kleine Laber (Gemeinden Atting, Rain, Perkam, Geiselhöring, Laberweinting und Mallersdorf-Pfaffenberg; siehe Amtsblatt Nr. 14 vom 26.05.2008) 
  • Kinsach (Gemeinden Ascha, Mitterfels und Steinach; siehe Amtsblatt Nr. 12 vom 07.07.2010) 
  • Bogenbaches (Gemeinden Bogen, Hunderdorf und Windberg; siehe Amtsblatt Nr.16 vom 29.09.2010) 
  • Aitrach (Gemeinden Aiterhofen, Salching, Leiblfing; siehe Amtsblatt Nr. 23 vom 08.12.2009)

Ob ein Anwesen in einem festgesetzten oder vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet liegt, und mit welcher Überschwemmungshöhe beim 100-jährig Hochwasser zu rechnen ist, kann bei der jeweiligen Gemeinde oder beim Landratsamt Straubing-Bogen unter der Tel.- Nr. 09421/ 973-141 bzw. -261 erfragt sowie auf der Homepage des Landratsamtes Straubing-Bogen eingesehen werden.

Neben den vorläufig gesicherten bzw. festgesetzten Überschwemmungsgebieten gibt es noch eine Vielzahl überschwemmungsgefährdeter Gebieten bzw. faktischer Überschwemmungsgebiete. Darunter sind alle sonstigen Bereiche zu verstehen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie bei Hochwasser überschwemmt oder durch-flossen werden. Aufgrund derzeit noch fehlender Daten stehen diese Bereiche oft-mals nicht eindeutig fest. Hier obliegt die Einschätzung, ob eine Hochwassergefahr gegeben sein könnte, dem jeweils Betroffene nach dessen bisherigen Erfahrungen selbst. Eine Liste der anerkannten Sachverständigen sowie der zugelassenen Be-hälter kann beim Landratsamt Straubing-Bogen (Tel.-Nr. 09421/ 973-141) oder bei der örtlichen Gemeinde angefordert, sowie ebenfalls auf der Homepage des Land-ratsamtes Straubing-Bogen eingesehen werden.

Zugelassene Behälter mit Angabe zum max. Wasserstand sind unter folgendem Link zu finden: 

http://www.lfu.bayern.de/wasser/doc/behaelter_uesg.pdf 

Liste von Sachverständigenorganisationen, die in Bayern Prüfungen durchführen (Stand März 2013)
http://www.lfu.bayern.de/wasser/umgang_mit_wgs/vaws/doc/svo_bayern.pdf