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Wie steht es um das Handwerk im Landkreis Straubing-Bogen?

Die drei Generationen der Metzger-Familie Sandbiller - Roswitha, Adolf, Monika, Adi und Adrian – gemeinsam mit Landrat Josef Laumer, Hunderdorfs Bürgermeister Hans Hornberger, Wirtschaftsförderer Martin Köck und Klaus Achatz (Leiter Sachgebiet Wirtschaft/Touristik/Kreisentwicklung am Landratsamt, von links) beim Besuch des Betriebs vor der Metzgerei in Hunderdorf.
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07.02.2019 Dieser Frage ging Landrat Josef Laumer beim Besuch der Metzgerei Sandbiller in Hunderdorf nach

Wie steht es um das Handwerk im Landkreis Straubing-Bogen? Dieser Frage ging Landrat Josef Laumer am Beispiel des Metzgerhandwerks und der Metzgerei Sandbiller in Hunderdorf nach.

Als Gewinner des Ausbildungspreises 2018 des Landkreises hat der Familienbetrieb bisher kaum Schwierigkeiten Auszubildende zu finden. „Wir überzeugen mit Qualität“, sagt Adolf Sandbiller. „Bei uns lernen die Auszubildenden noch das komplette Handwerk – vom Vieheinkauf zum Schlachten über das Verarbeiten bis hin zu Verkauf und Beratung.“ Das überzeugt ebenso wie der gute Ruf der Metzgerei. „Wenn ich irgendwo hinkomme, heißt es sofort – wo sind sie der Bürgermeister? In Hunderdorf? Ahja, da gibt es ja den Sandbiller“, erzählt Hans Hornberger, Bürgermeister der Gemeinde, nicht ohne Stolz.

Sehr erfreut zeigte sich Landrat Josef Laumer, dass die Ausbildungssituation bei der Familie Sandbiller so entspannt ist, wohlwissend, dass dies nicht überall der Fall ist. „Wir versuchen unterstützend tätig zu sein. Denn das Handwerk ist unglaublich wichtig, jeder braucht es täglich. Egal, ob wir essen, trinken, die Heizung anschalten, den Fernseher, die Haustür aufmachen – all dies wäre ohne das Handwerk nicht möglich“, betonte er und fügte hinzu: „Wir müssen auch mit den Vorurteilen aufräumen: Als Metzger zum Beispiel schlachtet man nicht den ganzen Tag Tiere, sondern ist genauso Ernährungsberater, Koch und Verkäufer. Die Berufsbilder haben sich völlig verändert.“ Der Ruf des Handwerks müsste noch viel besser sein, findet auch Adi Sandbiller. „Die Bezahlung ist sehr gut, es gibt super Arbeitsplätze mit super Fortbildungen und Top-Arbeitsbedingungen. Und auch bei einer konjunkturellen Krise gibt es nicht gleich Entlassungen.“ Dass die Bemühungen des Landkreises um die Stärkung des Handwerks auch anerkannt werden, betonte Adolf Sandbiller. „Der Landkreis tut wirklich sehr viel. Das trägt zu einer guten Entwicklung bei: Sowohl des Landkreises wie auch der Betriebe. Darauf können wir alle sehr stolz sein.“ Dabei gehe es nur gemeinsam verdeutlichte Landrat Laumer. „Wir sind angewiesen darauf, dass die Betriebe auch gut arbeiten. Alleine kommen wir nicht weiter, aber gemeinsam können wir viel erreichen.“

Die Unterstützung des Landkreises bezieht sich dabei nicht nur auf Aktionen wie den Ausbildungspreis, den Azubi-Bus oder das Studienabbrecher-Projekt „Beste Chance“, sondern auch auf das tägliche Miteinander. So steht Wirtschaftsförderer Martin Köck als ständiger Ansprechpartner zur Nutzung von Fördermitteln parat. „Das ist ein riesiger Aufwand“, wusste auch Adi Sandbiller aus der Praxis zu berichten. Staatliche Fördermittel für die 40-seitige Abhandlungen nötig sind, seien keine Seltenheit. „Wir unterstützen da jederzeit die Antragstellung und bieten Hilfestellungen“, so Köck. Überhaupt sind Bürokratie und Zertifizierung Themen, die einem kleineren Betrieb wie Sandbiller auf der Seele brennen. „Wir mussten viel investieren und viele Auflagen erfüllen. Letztendlich ist das für uns zwar ein Vorteil, denn wer gut arbeitet und Qualität liefert wie wir, der profitiert letztendlich dann davon. Aber manchmal übertreiben wir es in Deutschland schon mit gewissen Pflichten“, so Adi Sandbiller. Auch bei der nötigen Umsetzung von Vorschriften gab es aber ein Lob für die Beschäftigten im Landratsamt von der Familie Sandbiller. „Die Zusammenarbeit ist wirklich auch in diesem Bereich hervorragend. Es gibt stets kompetente Ansprechpartner, die sachgerecht und zielgerichtet arbeiten.“

Drei Generationen arbeiten derzeit im Familienbetrieb Sandbiller mit, mit dem Jüngsten, dem 26-jährigen Adrian, ist die Nachfolge gesichert. Auch der setzt weiterhin auf Qualität und einen hohen Ausbildungsstandard: „Unsere letzte Auszubildende hat in dieser Männerdomäne die Gesellenprüfung als Jahrgangsbeste abgelegt“, betont er und fügt hinzu: „Wir schlachten dreimal die Woche selbst und unsere Tiere kommen von Bauern, die wir persönlich kennen und die alle aus der Umgebung mit kurzer Anfahrt kommen.“

So konnte Landrat Josef Laumer ein rundherum positives Fazit des Meinungsaustausches ziehen. „Wir haben wieder einmal wichtige Einblicke in die Arbeit eines Betriebes bekommen.“ Die Bemühungen um eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Situation im Landkreis nutzte auch Hunderdorfs Bürgermeister Hans Hornberger, um dem Landrat für seine ständigen Bemühungen zu danken. „Es verdient wirklich Respekt und Anerkennung, wie viel Zeit der Landrat investiert, um sich persönlich um die Belange unserer Betriebe, Unternehmen und Handwerker zu kümmern. Das ist nicht überall selbstverständlich und es zeigt, dass sich im Landkreis wirklich gekümmert wird.“

Foto: Die drei Generationen der Metzger-Familie Sandbiller - Roswitha, Adolf, Monika, Adi und Adrian – gemeinsam mit Landrat Josef Laumer, Hunderdorfs Bürgermeister Hans Hornberger, Wirtschaftsförderer Martin Köck und Klaus Achatz (Leiter Sachgebiet Wirtschaft/Touristik/Kreisentwicklung am Landratsamt, von links) beim Besuch des Betriebs.

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