Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Forschung und Anwendung Hand in Hand

18.02.2020 Landkreis bringt Deceuninck und CARMEN an einen Tisch

Foto: Wirtschaftsreferent Martin Köck, Landrat Josef Laumer, Peter Laubenstein (Geschäftsführer Deceuninck), Jörg Hofmann (Werksleiter Deceuninck), Alexander Schulze (C.A.R.M.E.N. e.V.) und Nico Arbeck (C.A.R.M.E.N. e.V., von links) sitzen beim Gespräch im Kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes am Tisch mit Profilsystemen von Deceuninck.
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Die Deceuninck-Standorte Bogen und Hunderdorf für die Zukunft erhalten und zukunftsmäßig aufstellen – das ist das gemeinsame Ziel des Landkreises Straubing-Bogen und der örtlichen Deceuninck-Geschäftsführung. Auf Vermittlung von Landrat Josef Laumer und Wirtschaftsförderer Martin Köck trafen sich deshalb im Landratsamt Straubing-Bogen Deceuninck-Geschäftsführer Peter Laubenstein und Betriebsleiter Jörg Hofmann mit Nico Arbeck und Alexander Schulze von der Abteilung Stoffliche Nutzung bei CARMEN e.V.

Bei dem Gespräch ging es darum, auszuloten, wie vor Ort eine Zusammenarbeit zwischen Forschung im Bereich Biomasse und der konkreten Anwendung an Unternehmensprodukten möglich ist, um Alternativen für Kunststoffe in Fenstern zu finden. „Bei unserem Besuch in Belgien am Firmensitz von Deceuninck entstand diese Idee der Vernetzung. Schließlich haben wir in der Region ein einzigartiges Netzwerk im Bereich der Nachwachsenden Rohstoffe. Das war der Firmenleitung in Belgien natürlich gar nicht so bewusst und wir haben sie darauf hingewiesen. Davon können Unternehmen im Landkreis profitieren und entsprechende Innovationen nutzen“, erklärt Landrat Josef Laumer. Als Vermittler brachte der Landkreis nun beide Partien an einen Tisch. Weitere konkretere Gespräche werden folgen. „Wir wollten einen Anstoß geben und den Ball ins Rollen bringen. Für weitere Details sind nun die Gesprächspartner direkt zuständig“, ergänzt Wirtschaftsreferent Martin Köck.

Grundsätzlich lassen sich konventionelle Kunststoffe auch aus Biomasse herstellen. Die Frage ist jedoch, wie aufwändig und kosten- sowie energieintensiv dies im Einzelfall ist. Deceuninck produziert Profilsysteme aus Kunststoff für Fenster und Türen sowie Terrassen-, Fassaden- und Dachverkleidungssysteme. „Man muss schauen, welche materialtechnischen Möglichkeiten da zu uns passen“, sagt Peter Laubenstein. „Wir sind natürlich immer daran interessiert, möglichst innovative Lösungen mit einem möglichst niedrigen ökologischen Fußabdruck zu finden.“

Vernetzen, zusammenbringen – das sieht Diplom-Biologe Nico Arbeck, bei der CARMEN-Abteilung Stoffliche Nutzung für Biokunststoffe und Biowerkstoffe zuständig, nun als oberste Aufgabe für die weiteren Schritte. „Wir werden uns als nächstes direkt vor Ort bei Deceuninck die Möglichkeiten ansehen, um einen noch besseren Einblick zu bekommen. Dann können wir auch sehen, welche weiteren Forschungseinrichtungen wir eventuell beteiligen sollten.“

Nachhaltige Innovation aus der Region der Nachwachsenden Rohstoffe könnte also dafür sorgen, dass Deceuninck eine Vorreiterrolle in Sachen Biomasseprodukte in Profilsystemen spielt. So könnten die Standorte in Hunderdorf und Bogen nicht nur mittelfristig gesichert, sondern auch langfristig eine ganz neue Perspektive erhalten.

Foto: Wirtschaftsreferent Martin Köck, Landrat Josef Laumer, Peter Laubenstein (Geschäftsführer Deceuninck), Jörg Hofmann (Werksleiter Deceuninck), Alexander Schulze (C.A.R.M.E.N. e.V.) und Nico Arbeck (C.A.R.M.E.N. e.V., von links) beim Gespräch im Kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes.

Kategorien: Landratsamt, Wirtschaft, Social Media, Bioenergie-Region