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Enge Zusammenarbeit und Bündelung der Ressourcen: Gemeinsames Konzept der Kliniken in Stadt und Landkreis, um für ansteigende Covid-19-Fälle gerüstet zu sein

25.03.2020 Kreisklinik Bogen wird vorübergehend spezielles Covid-19-Zentrum

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Gemeinsam gegen die Krise, zusammen für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung – diesem Motto haben sich die Kliniken in Stadt und Landkreis verschrieben. Deshalb arbeiten die Kreiskliniken in Bogen und Mallersdorf, das Klinikum der Barmherzigen Brüder in Straubing und die Orthopädische Fachklinik in Schwarzach während der Corona-Krise eng zusammen und bündeln die Ressourcen. Auf ein entsprechendes Konzept einigten sich die Kliniken bei bilateralen Gesprächen.

Eine Entwicklung, die der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Christian Ernst, gleichzeitig auch als Örtlicher Einsatzleiter für den medizinischen Bereich bei der Führungsgruppe Katastrophenschutz der Stadt und des Landkreises tätig, als wegweisend sieht: „Im Gegensatz zu anderen Landkreisen oder Städten handelt es sich hier um drei unterschiedliche Trägerschaften und Geschäftsführungen. Dass die Kliniken selbst diese Lösungen erarbeitet haben zeigt, dass alle Seiten für eine optimale Koordination an einem Strang ziehen.“

Das Konzept sieht vor, dass die Klinik Bogen schrittweise auf allseitigen Wunsch zur Entlastung der Notfallversorgung in den anderen Kliniken in Stadt und Landkreis zu einem speziellen Covid-19-Zentrum wird. Freiwerdende Ressourcen aus der Notfallversorgung, von der die Klinik Bogen temporär entlastet wird, sollen in diese Sonderaufgabe mit einfließen. Die Verantwortlichen sind sich einig, dass die Klinik Bogen aufgrund ihrer instrumentellen und räumlichen Ausstattung mit insgesamt 23 Monitorplätzen für ein Haus dieser Größenordnung besonders gut geeignet ist für eine gebündelte Covid-19-Patientenversorgung. Nur so ist es den anderen Akutkliniken auch bei steigenden Covid-Patientenzahlen möglich, die Notfallversorgung ihrerseits aufrechtzuerhalten. Diese ist für die Bevölkerung weiterhin gesichert und wird vom Klinikum der Barmherzigen Brüder in Straubing übernommen. „Selbstverständlich ist die Versorgung für Trauma-, Schlaganfall- oder Herzinfarktpatienten genauso wie für Notfälle in anderen Bereichen durch die Klinik in Straubing für die Zeit dieser Maßnahme gesichert“, betont Christian Ernst. Auch die Kreisklinik in Mallersdorf behandelt weiterhin Notfälle im bisherigen Umfang. Parallel werden natürlich auch in Mallersdorf und Straubing entsprechende Bereiche auf Intensiv- und Infektstationen für Covid-19-Patienten bereitgehalten und können bei Bedarf gestuft erweitert werden.

„Durch die Installierung einer speziellen Covid-Klinik gewährleisten wir eine optimale Koordination“, so Christian Ernst. „Es ist eine bessere Versorgung möglich und auch Ressourcen werden gebündelt, gerade auch was Schutzmaterialien betrifft. Wir müssen vorausschauend handeln und planen und können nicht bis zu einem möglichen Tag X warten.“

Die Maßnahmen dienen dem Wohle der gesamten Bevölkerung. Besonders würdigt Landrat Josef Laumer „den vorübergehenden Verzicht der Kreisklinik Bogen auf die Notfallversorgung bei einer sich deutlich abzeichnenden Unterfinanzierung reiner Covid-19-Kliniken.“ Oberbürgermeister Markus Pannermayr ergänzt: „Die aktuelle Situation ist nicht mit einem Normalbetrieb der Krankenhäuser vergleichbar. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Ich bin daher sehr froh, dass sich die Kliniken von Stadt und Landkreis auf diesen gemeinsamen Weg verständigt haben. Ein besonderer Dank geht an den Landkreis Straubing-Bogen.“

Auch die Orthopädische Fachklinik in Schwarzach, an der derzeit  - wie auch an allen anderen Kliniken - keine elektiven Operationen mehr durchgeführt werden dürfen, beteiligt sich am Gesamtkonzept. Patienten, die nach dringend notwendigen orthopädischen Eingriffen in Straubing und Mallersdorf auf dem Genesungsweg sind, aber noch nicht nach Hause entlassen werden können, sollen dort bis zu ihrer Entlassung aufgenommen werden, um Kapazitäten für die Notfallversorgung der Akutkliniken aufrecht erhalten zu können. Bei einer hoffentlich nicht auftretenden großen Covid-Welle, die für eine Überfüllung der anderen Kliniken sorgt, können zudem Covid-Patienten im Genesungsstatus mit abklingenden Symptomen auf einer dortigen Isolierstation zusätzlich aufgenommen werden. Unabhängig davon werden in der Orthopädischen Fachklinik Schwarzach nicht verschiebbare orthopädische und unfallchirurgische Operationen bzw. Therapien weiterhin durchgeführt.

Wichtig bleibt aber auch weiterhin: Patienten mit Symptomen sollen auch in Zukunft NICHT direkt in ein Krankenhaus gehen, auch nicht in die Kreisklinik Bogen. Erster Ansprechpartner bleiben die Ärzte und die KVB, die über das weitere Vorgehen entscheiden.

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