„Einen lebenswerten Landkreis für unsere Bevölkerung gestalten“
Etwas Wehmut war bei Landrat Josef Laumer bei seiner alljährlichen Jahresabschlussrede im Kreistag des Landkreises Straubing-Bogen am Montag mit dabei: Denn für Josef Laumer, der bei den Kommunalwahlen 2026 nicht mehr antritt, war es der letzte Jahresrückblick als Landrat. „Ich freue mich, dass ich einen gut aufgestellten Landkreis übergeben kann“, resümierte Josef Laumer am Ende seiner Rede.
Davor blickte der Landrat auf das Jahr 2025 zurück. „Wir haben es wieder geschafft, weitere Firmenansiedlungen im Landkreis zu realisieren und wir stehen insgesamt wirtschaftlich gut da. Mit der BMW-Baustelle in Straßkirchen/Irlbach haben wir auch bewiesen, dass Großprojekte in unserem Land schnell umsetzbar sind.“ An Hochbaumaßnahmen wurden 14,7 Mio. Euro investiert, im Tiefbau 4,7 Mio. „Wir setzen damit auch in schwierigen Zeiten auf eine funktionierende Infrastruktur und Investitionen“, so Laumer, der auch auf weitere Projekte des Jahres einging: Die energetische Sanierung der Landkreisgebäude, der Holzanbau, die Verlängerung des Fairtrade-Landkreis-Status, der Eigenanteil am ÖPNV von 1,5 Mio. Euro, die Weichen für die Verbunderweiterung in Richtung RVV, der neue Bürgerservice, das Projektmanagement im Hochbau, die digitalen Möglichkeiten, die Ehrungen für Ehrenamtliche.
„Bei allem, was man anführen kann, geht es vor allem darum, einen lebenswerten Landkreis für unsere Bevölkerung zu gestalten. Ich denke, das ist uns auch 2025 wieder gelungen. Wirtschaftszahlen, Arbeitslosenzahlen, Sicherheitsstatistiken, Lebensqualität, Rückkehrerquote nach dem Studium oder Ausbildung – in all diesen Bereichen ist der Landkreis ganz weit vorne. Auch mit Flugplatz, Hafen, Kreiskliniken, Kreismuseum, Kreismusikschule, VHS, weiterführenden Schulen ist unser Landkreis gut aufgestellt. Das sind infrastrukturelle Voraussetzungen, die nicht jeder hat“, betonte Josef Laumer.
Der Landrat fand aber auch kritische Worte zur Debattenkultur. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir miteinander umgehen wollen. Hier im Kreistag haben wir einen vernünftigen Umgangston. Ich wünsche mir, dass dies auch 2026 und darüber hinaus in diesem Gremium so bleibt. Denn wir sind alle mitverantwortlich, unserer Institutionen, Behörden und Mitarbeiter zu schützen und ihnen Rückendeckung zu geben.“ Auch in Sachen „Bürokratieabbau“ und „Sparen in öffentlichen Haushalten“ rief der Landrat zu einem gemeinsamen Schulterschluss auf. „Wer A sagt, muss auch B sagen und kann dann nicht nach dem St. Florians-Prinzip agieren.“