Psychose-Seminar in Straubing

16. März 2026: Austausch über Psychosen und Cannabis
PSAG (1)

Die Organisatoren der Veranstaltung beim Gruppenfoto

Vergangene Woche fand das erste Psychose-Seminar des Jahres statt. Thema der Veranstaltung war der Zusammenhang zwischen Psychosen und Cannabiskonsum. Referent war Ernest Fischmann, Facharzt für Psychiatrie am Gesundheitsamt Straubing-Bogen. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Erkenntnisse zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Im Mittelpunkt des Seminars stand der Cannabiskonsum und seine mögliche Bedeutung für die Entwicklung von Psychosen. Schätzungen zufolge konsumieren in Deutschland rund 4,5 Millionen Menschen Cannabis. Besonders verbreitet ist der Konsum unter jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren, die die höchste Konsumrate aufweisen. Seit dem 1. April 2024 ist Cannabis in Deutschland teilweise legalisiert. Vor diesem Hintergrund gewinnt die sachliche Information über mögliche gesundheitliche Auswirkungen an Bedeutung – insbesondere auch über Risiken für Menschen mit einer erhöhten Vulnerabilität für psychische Erkrankungen.

Das Psychose-Seminar ist als trialogisches Veranstaltungsformat angelegt. Das bedeutet: Fachkräfte aus dem psychiatrischen und psychosozialen Versorgungssystem, Menschen mit eigener Psychoseerfahrung sowie Angehörige begegnen sich auf Augenhöhe und tauschen ihre Perspektiven aus. Im Mittelpunkt steht daher nicht nur die fachliche Wissensvermittlung, sondern vor allem der offene Dialog über Erfahrungen, Fragen und unterschiedliche Perspektiven. Dieses Format bietet mehrere Vorteile:

  • Es fördert gegenseitiges Verständnis zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten.
  • Es ermöglicht eine niedrigschwellige Information über psychische Erkrankungen.
  • Es trägt dazu bei, Vorurteile und Stigmatisierung abzubauen.
  • Es stärkt Betroffene und Angehörige darin, ihre Erfahrungen aktiv einzubringen.
     

Das Psychose-Seminar ist Teil einer regelmäßigen Veranstaltungsreihe, die von der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Straubing-Bogen in Kooperation mit dem BTZ-VdK Rehawerk Straubing organisiert wird. „Ziel der Reihe ist es, Informationen über psychische Erkrankungen zugänglich zu machen, den Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften zu fördern und die Öffentlichkeit für Themen der seelischen Gesundheit zu sensibilisieren“, resümierte Christina Drexler, Geschäftsführerin der PSAG.

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Straubing-Bogen ist ein Netzwerk von Einrichtungen, Diensten, Behörden sowie Betroffenen- und Angehörigenvertretungen im Bereich der psychischen Gesundheit. Sie dient dem Austausch und der besseren Vernetzung der Hilfsangebote, um die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Region zu verbessern. Kontakt zur PSAG unter psag@landkreis-straubing-bogen.de.

Das BTZ-VdK Rehawerk Straubing ist eine Einrichtung der beruflichen Rehabilitation für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Es unterstützt Betroffene dabei, wieder ins Arbeitsleben zurückzukehren.