Über 1.300 Fahrten, knapp 100.000 km, 3.700 Tonnen Verbrauch
Nicht nur subjektiv erinnerte der Winter 2025/26 an die viel zitierte „gute, alte Zeit“, sondern auch die objektiven Zahlen von Tiefbauamtsleiter Markus Fischer aus dem Landratsamt: 3.700 to Streusalz wurden bisher im aktuellen Winter für den Winterdienst auf den Kreisstraßen verbraucht – so viele wie schon lange nicht mehr. Auf über 1.300 Räum-bzw. Streufahrten wurden dabei knapp 100.000 km auf dem 543 km langen Kreisstraßennetz zurückgelegt.
„Wir haben noch 950 to Salz vorrätig, damit ist der Rest des Winters noch abgesichert. Der Lieferservicevertrag hat sich in diesem Jahr einmal mehr bewährt, dadurch konnten wir uns frühzeitig die notwendigen Mengen sichern, die dieses Mal – im Gegensatz zu den Vorjahren – auch vollständig beim Lieferanten abgerufen werden mussten“, so Fischer in einem ersten Fazit, wohlwissend das trotz nun ansteigender Temperaturen der Winter auch im März noch einmal zurückkehren kann.
Der erste Winterdiensteinsatz der aktuellen Periode fand am 7. November statt. Die beiden Kreisbauhöfe in Ittling und Bogen betreiben dabei in ihrem jeweiligen Bereich den Winterdienst unabhängig voneinander. Das Kreisstraßennetz ist in 18 Räum- und Streubezirke aufgeteilt, davon werden 13 Bezirke durch die Bauhöfe selbst befahren, fünf sind an Fremdunternehmen vergeben. „Die Herausforderungen sind in den letzten Jahren gestiegen, denn Externe für den Winterdienst zu finden wird immer schwieriger. Das Interesse von Fremdunternehme lässt immer mehr nach. Dies liegt am Personalmangel, aber auch an der Korrosion an den Fahrzeugen bedingt durch den Salzeinsatz“, erläutert Fischer die Schwierigkeiten. Zudem würden in der öffentlichen Diskussion über Straßen immer wieder Kreis-, Bundes-, Staats- oder Gemeindestraßen in einen Topf geworfen, wobei der Landkreis eben nur für die Kreisstraßen zuständig ist.
„Bei entsprechender Wetterlage oder Wettervorhersage sind die Wettermelder zwischen 2 und 3 Uhr morgens unterwegs und prüfen die Kreisstraßen. Je nach Witterung, Wettervorhersage und Meldung wird dann bei Bedarf der Winterdienst informiert und beginnt zwischen 3 und 4 Uhr bei entsprechender Notwendigkeit mit der Arbeit“, so Fischer zur grundsätzlichen Vorgehensweise im Winter. Neu ab diesem Jahr wird das Meldesystem in St. Englmar und Rattenberg zusätzlich mit Winterdienstkameras unterstützt. „Das hat sich sehr gut bewährt und die ersten Erfahrungen sind positiv“, zieht Fischer auch hier ein erstes Fazit.
Die über einen längeren Zeitraum erstmalig in diesem Kalenderjahr zweistelligen Temperaturen nutzt auch Landrat Josef Laumer für einen Dank an die Verantwortlichen im Winterdienst: „Sie sorgen dafür, dass die Menschen sicher und gut in die Arbeit und nach Hause kommen. Und das auch nachts und an Wochenenden und Feiertagen. Für diesen Einsatz ein großes Dankeschön.“
Übrigens: Wer meint, der Winterdienst würde quasi für eine Salzkruste auf der Straße sorgen, der dürfte überrascht sein. Rein theoretisch und rechnerisch beträgt das aufgetragene Salz über den gesamten Winter auf der Gesamtfläche nämlich gerade einmal eine Höhe von 1 mm.