„Sie leben Werte vor, die nicht selbstverständlich sind“
Landrat Tobias Beck, Waltraud Omasmeier, Manuela Dietl mit ihrem Ehemann und Bürgermeister Andreas Urban stehen mit der Auszeichnung im Büro des Landrats.
Eine besondere Auszeichnung wurde am Donnerstag im Landratsamt Straubing-Bogen verliehen: Waltraud Omasmeier und Manuela Dietl (beide aus Wiesenfelden) erhielten im Rahmen einer kleinen Feierstunde aus den Händen von Landrat Tobias Beck die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstmedaille). Verliehen wird diese von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, übergeben vom Landrat.
Mit dabei war auch der örtliche Bürgermeister Andreas Urban (die Mandatsträger Josef Zellmeier und Alois Rainer waren terminlich verhindert), der entsprechend gratulierte: „Es ist eine der höchsten Auszeichnungen, die es in Deutschland gibt. Und beide haben sich diese Auszeichnung auch redlich verdient.“
Das wurde in der Laudatio, die Landrat Tobias Beck vortrug, auch mehr als deutlich. Waltraud Omasmeier pflegt seit mehr als drei Jahrzehnten ihre Tochter Nicole, die seit der Geburt auf entsprechende Hilfe angewiesen ist. „Sie verzichten auf persönliche Freiräume und zeigen körperliche Kraft, seelische Stärke, Ausdauer und eine tiefe, unerschütterliche Hingabe“, so ein sichtlich ergriffener Landrat.
Auch Manuela Dietl pflegt seit über 30 Jahren, seit der Geburt, ihr Kind. Sohn Dominik benötigt aufgrund seiner körperlichen und geistigen Einschränkungen eine entsprechende Betreuung rund um die Uhr und umfassende Unterstützung in allen Lebensbereichen. „Viele Dinge, die anderen selbstverständlich erscheinen, sind nur mit Hilfe möglich: Körperpflege, Essen, An- und Auskleiden, Mobilität – diese Verantwortung tragen Sie seit mehr als drei Jahrzehnten, Tag für Tag, Nacht für Nacht mit Unterstützung Ihrer Familie“, betonte Tobias Beck.
„Pflegende Angehörige leisten Enormes – häufig im Verborgenen und fernab jeglicher Aufmerksamkeit. Sie tragen Verantwortung ohne Pause und stellen ihre eigenen Wünsche oft über Jahre hinweg zurück. Gerade deshalb ist es wichtig, heute sichtbar zu machen, was sonst still und selbstverständlich geschieht“, so Beck an die beiden Ausgezeichneten gerichtet. Und er ergänzte: „Ihr Wirken steht exemplarisch für das, was unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhält: Mitmenschlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und selbstlose Fürsorge. Sie leben Werte vor, die nicht selbstverständlich sind, die aber umso mehr Beachtung und Anerkennung verdienen.“
Sowohl Manuela Dietl wie auch Waltraud Omasmeier waren sichtlich erfreut über die Auszeichnung und Anerkennung. „Ich hätte das nicht erwartet, denn man macht das einfach, ohne groß darüber nachzudenken. Aber natürlich freut man sich auch sehr über eine solche Auszeichnung“, so Manuela Dietl. Und Waltraud Omasmeier meinte: „Man macht es einfach sehr gerne so lange es irgendwie geht.“