„Unsere Gesellschaft braucht Persönlichkeiten wie Sie“
Die Geehrten mit den Vertretern ihrer Heimatgemeinden, Landrat Josef Laumer und Vermessungsdirektor Johann Lerchenberger.
Auf stattliche 300 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Feldgeschworene können acht am Dienstag im Landratsamt geehrte Landkreis-Bürger zurückblicken. Landrat Josef Laumer und Vermessungsdirektor Johann Lerchenberger nahmen die Auszeichnungen vor.
Norbert Schneider, Herbert Fuchs (beide Gemeinde Hunderdorf), Fritz Reindl (Markt Mallersdorf-Pfaffenberg) und Josef Krieger (Stadt Geiselhöring) erhielten für 25 Jahre als Feldgeschworener eine Urkunde des Bayerischen Staatsministers für Heimat und Finanzen, Albert Füracker, überreicht von Landrat Laumer und dem Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Straubing, Vermessungsdirektor Lerchenberger, sowie kleine Geschenke. Für 40 Jahre in diesem Ehrenamt wurde Josef Haader (Gemeinde Laberweinting) geehrt und für 50 Jahre Xaver Bachl (Gemeinde Niederwinkling) und Josef Stegbauer (Gemeinde Steinach). Gar für 60-jähriges Wirken als Feldgeschworener erhielt Xaver Foierl aus Wiesenfelden die Auszeichnung. Die letzten beiden im stolzen Alter von 87 Jahren als mittlerweile passive Feldgeschworene.
„Unsere Gesellschaft braucht Persönlichkeiten wie Sie“, so Landrat Josef Laumer. „Sie fungieren als wichtiges Bindeglied zwischen dem Staat, dem staatlichen Vermessungsamt und den Bürgerinnen und Bürgern“, würdigte der Landrat die Verdienste. Dies bestätigte auch Johann Lerchenberger: „Die Institution der Feldgeschworenen liegt dem bayerischen Vermessungswesen sehr am Herzen.“ Denn auch in Zeiten der Satellitenvermessung und Digitalisierung, von GPS und modernster High-Tech-Geräte werden Feldgeschworene weiter gebraucht. „Ihre präzisen Ortskenntnisse und Ihre Bürgernähe, sowie Ihr Erfahrungsschatz sind von besonderem Wert“, betonte Lerchenberger.
Das Ehrenamt der Feldgeschworenen hat eine lange Tradition, es handelt sich um das älteste, noch erhaltene Ehrenamt der kommunalen Selbstverwaltung. Die Wurzeln lassen sich bis in das 13. und 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Das Feldgeschworenenwesen in Bayern wurde als lebendige und traditionsreiche Kulturform im Dezember 2016 sogar in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Auch die örtlichen Bürgermeister waren zur kleinen Feierstunde ins Landratsamt eingeladen und gratulierten den Feldgeschworenen ebenfalls zur Auszeichnung und betonten auch die Wichtigkeit der Tätigkeit. Immer wieder war bei den Gratulationsworten zu hören, welche Institutionen die Feldgeschworenen in den jeweiligen Orten sind und welch wichtige und vermittelnde Rolle sie bei Grenzstreitigkeiten bis heute spielen.