Myxomavirus bedroht Feldhasen
Im Landkreis Straubing-Bogen gibt es eine neue Gefahr für den Feldhasen:
Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle von Tularämie, besser bekannt als Hasenpest, festgestellt wurden, sorgt nun eine weitere Erkrankung für Aufmerksamkeit: Bei mehreren verendeten und schwer erkrankten Feldhasen wurde eine hasenadaptierte Variante des Myxomavirus nachgewiesen.
Derzeit werden vermehrt Feldhasen aufgefunden, die deutliche Krankheitsanzeichen zeigen. Dazu gehören unter anderem Schwellungen der Augenlider und der Genitalschleimhäute, Entzündungen im Bereich von Nase und Lippen sowie Apathie. Auffällig ist zudem, dass die erkrankten Tiere ihren natürlichen Fluchtinstinkt verlieren.
In bislang fünf Fällen konnte die hasenadaptierte Variante des Myxomavirus nachgewiesen werden. Betroffen sind derzeit die Gemeindebereiche Parkstetten, Aiterhofen und Kirchroth.
Ungewöhnliches Krankheitsgeschehen
Myxoviren sind in Deutschland keineswegs unbekannt. Die bisher hier zirkulierenden Varianten verursachen insbesondere beim Wildkaninchen immer wieder schwere Krankheitsausbrüche mit hohen Sterblichkeitsraten. Dass nun zunehmend Feldhasen betroffen sind, gilt dagegen als ungewöhnlich.
Eine speziell an Hasen angepasste Variante des Myxomavirus wurde erstmals 2018 in Spanien und Portugal beschrieben. 2024 wurde sie auch bei Feldhasen in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen, wo sie sich anschließend seuchenartig ausbreitete. Nun ist der Erreger auch im Landkreis Straubing-Bogen angekommen.
Für die Feldhasen könnte sich damit eine neue und ernst zu nehmende Bedrohung entwickeln. Noch ist nicht abzusehen, wie weit sich das Virus in der Region ausbreiten wird.
Keine Gefahr für Menschen
Trotz der alarmierenden Entwicklung gibt es eine wichtige Entwarnung: Für Menschen besteht keine Gefahr. Auch andere Tierarten sind von dieser Virusvariante nicht betroffen – ausgenommen Wild- und Hauskaninchen.
Besitzer von Hauskaninchen können ihre Tiere zudem durch eine Impfung schützen.
Hände weg von kranken Hasen!
Wer derzeit einen auffällig schwachen, apathischen oder bereits verendeten Feldhasen entdeckt, sollte unbedingt Abstand halten. Erkrankte Tiere dürfen nicht gepflegt oder mit nach Hause genommen werden. Dadurch könnte der Erreger weiterverbreitet werden.
Stattdessen gilt:
Auffällige Tiere und Kadaver dem zuständigen Jagdpächter melden!
Die Entwicklung im Landkreis Straubing-Bogen wird damit genau beobachtet werden müssen.