Wirtschaftsstandort Kirchroth
Wie vielfältig, dynamisch und zukunftsorientiert die heimische Wirtschaft aufgestellt ist, zeigte sich vergangenen Freitag am „Tag der Wirtschaft“ in Kirchroth – Landrat Tobias Beck nutzte die Gelegenheit, zusammen mit Wirtschaftsreferent Martin Köck und Kirchroths Bürgermeister Matthias Fischer und dessen Stellvertretern, um sich vor Ort ein Bild von der Leistungsfähigkeit regionaler Unternehmen zu machen und sich zu aktuellen Herausforderungen und Themen auszutauschen.
Auf dem Programm stand der Besuch von vier Betrieben aus völlig unterschiedlichen Branchen – drei davon haben sich erst vor kurzem in Kirchroth bzw. im Landkreis angesiedelt.
Der Zuwachs an neuen Unternehmen unterstreicht die hohe Attraktivität der Region als Wirtschaftsstandort. Neben dem eingesessenen Solarhersteller Gold SolarWind besichtigte die Delegation auch den chinesischen Automobilzulieferer MIND, den Farbhersteller Miss Pompadour sowie Hülsen Müller, einen europaweit etablierten Verpackungshersteller. „Mit dem Tag der Wirtschaft möchten wir einen Einblick geben, welche wirtschaftliche Stärken wir bei uns haben und zeigen, mit wie viel Know-how und Herzblut in unseren Unternehmen gearbeitet wird.“, so Bürgermeister Matthias Fischer.
Einblick in die Praxis: Von Nachhaltigkeit bis High-Tech
Egal ob in Gesprächen oder Betriebsrundgängen: Landrat und Bürgermeister ließen sich die jeweiligen Firmenphilosophien, Technologien und Produktionsabläufe vorstellen.
Der Besuch bei GSW Gold SolarWind war geprägt von einem konstruktiven Gespräch zum Thema Energiewende. Familie Gold nutzte die Gelegenheit, das Potential der Elektrifizierung zu beleuchten, das nicht nur auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz beruht, sondern vor allem auch wirtschaftliche Synergieeffekte schaffen kann.
Mit der MIND Business and Technology GmbH hat sich 2026 ein führendes chinesisches Automotive Unternehmen in Kirchroth angesiedelt, das an seinem Produktionsstandort im Landkreis in großen Teilen als Zulieferer von Klimaanlagen für BMW fungiert. Das 1998 gegründete Unternehmen hat weltweit 13 Standorte für unterschiedlichste Sparten im Bereich Autozubehör und -komponenten und nimmt Ende des Jahres seine finale Produktion in Kirchroth auf. Dort sind etwa 100 Mitarbeiter vorgesehen, die im Schichtbetrieb arbeiten werden.
Mit MissPompadour hat sich ebenfalls 2026 ein beliebter Farbhersteller in Kirchroth niedergelassen. Das junge E-Commerce Unternehmen überzeugt mit innovativen Oberflächenbeschichtungen, einer hohen Qualität und besonderen Farbauswahlen und legt dabei einen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Mit Standorten in Sinzing, Laaber und nun auch Kirchroth beschäftigt der aktuell noch vorwiegende Online-Händler insgesamt ca. 150 Mitarbeiter. Das Logistikzentrum in Kirchroth soll zum neuen Herzstück für den Dosenversand in Europa werden. Neben Kooperationen mit Hornbach oder LandLust sind auch weitere internationale Projekte in Aussicht, die dem Unternehmen beim Wachstum helfen sollen.
Das dritte neue Gesicht in unserer Region ist Hülsen Müller. Der europaweit agierende Hersteller für Verpackungslösungen aus Papier demonstrierte, wie Logistik und Kreislaufwirtschaft heute Hand in Hand gehen. Das Unternehmen zieht derzeit von seinem alten Produktionsstandort in Wörth an der Donau an den neuen, hochmodernen Standort in Kirchroth – das alles im laufenden Betrieb. Eine Herkulesaufgabe für das Familienunternehmen, bei dem echtes Handwerk, Nachhaltigkeit und Qualität eine große Rolle spielen.
Austausch auf Augenhöhe
Im Dialog mit den Geschäftsführungen ging es nicht nur um die Erfolge, sondern auch um die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft – von den Problemen eines Umzugs im laufenden Betrieb, dem Schaffen von guten Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende bis hin zum Wunsch nach bürokratischen Erleichterungen.
Landrat Tobias Beck nutzte den Austausch, um die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft zu bekräftigen: „Die Ansiedlung neue Betriebe und das Wachstum unserer bestehenden Betriebe sind der Motor für den Wohlstand unserer Region. Als Landkreis verstehen wir uns als Unterstützer und ich versichere Ihnen: Ich als Landrat und auch unserer Wirtschaftsreferent haben für die Anliegen, Pläne und auch Sorgen unserer Unternehmen immer ein offenes Ohr. Was sinnvoll ist, das wollen wir auch machen.“
Bei einem abschließenden gemeinsamen Mittagessen nutzte man die Gelegenheit, um die teilweise direkt benachbarten Unternehmen ins Gespräch zu bringen und zu vernetzen.
Der Tag de Wirtschaft machte einmal mehr deutlich, dass der Mix aus etablierten Betrieben und zukunftsorientierten Neuansiedlungen das Fundament für eine krisenfeste und dynamische Region bildet.