Verkehrssicherheitskreis des Landkreises stellt Zahlen für 2025 vor

13. März 2026: Mehr Unfälle, weniger Verletzte, deutlich mehr Schwerverletzte und erneut sieben Verkehrstote
Verkehrssicherheitskreis

Die Mitglieder des Verkehrssicherheitskreises nach der Sitzung beim Gruppenbild im Landratsamt

Mehr Unfälle, weniger Verletzte, Anteil der Schwerverletzen um deutliche 20 Prozent gestiegen und erneut sieben Verkehrstote – das sind einige der Zahlen, die der Verkehrssicherheitskreis des Landkreises für das Jahr 2025 am Donnerstag im Landratsamt vorgestellt hat. Durch den Landkreis führen insgesamt knapp 2.800 Straßenkilometer, wobei 2/3 davon Gemeindestraßen sind. Den Rest teilen sich Kreisstraßen (mit 543 Kilometer das drittgrößte Kreisstraßennetz Bayerns), Staatsstraßen, Bundesstraßen und Autobahnen.

„Die Gesamtunfallzahlen sind gegenüber dem Vorjahr um rund 8 Prozent gestiegen, die Zahl der Verletzten wiederum ist um 6 Prozent gesunken. Wenig erfreulich ist der um 20 Prozent stark gestiegene Anteil von Schwerverletzten sowie die erneut 7 Verkehrstoten“, resümierte Polizeihauptkommissar Jürgen Mißlbeck, der gemeinsam mit Rita Kienberger, Sachgebietsleiterin Verkehrswesen am Landratsamt, die Zahlen vorstellte. Mißlbeck präsentierte auch weitere Analysen der Zahlen: „Die alkohol- und drogenbedingten Unfälle sind leicht gestiegen, eine deutliche Zunahme gab es bei den geschwindigkeitsbedingten Unfällen. Die Gesamt-Hauptunfallursache ist weiterhin das Fehlverhalten an Knotenpunkten, also beim Einbiegen, Abbiegen oder Kreuzen. Bei Unfällen mit Schwerverletzten ist weiterhin die nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptunfallursache.“

3.472 Unfälle gab es 2025 (2024: 3.217 Unfälle) auf den Straßen im Landkreis – der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Dies hängt auch mit der hohen Zahl an gemeldeten Wildunfällen zusammen – die Zahl von 1.916 (Vorjahr 1.710) ist auch hier ein Rekordwert der letzten zehn Jahre. Gesunken ist indes die Zahl der Unfälle mit Personenschäden auf 328 (2024: 345). Dementsprechend ging auch die Anzahl der Verletzten zurück von 439 im Jahr 2024 auf 409. Nur einmal in den vergangenen zehn Jahren gab es einen niedrigeren Wert. Allerdings stieg der Anteil der Schwerverletzten von 18,2 auf 23,5 Prozent an, wenngleich der absolute Wert von 96 Schwerverletzten immer noch deutlich unter dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre liegt. Im Durchschnitt des vergangenen Jahrzehnts befindet sich hingegen die Zahl der Unfälle mit Todesopfer – erneut gab es 2025 sieben Todesfälle, wie auch bereits 2024. Der niedrigste Wert lag hier 2021 bei 3.

Rekordzahlen bei Führerscheinen

Rita Kienberger ging auf die Zahlen in der Verkehrsbehörde am Landratsamt ein. „In Sachen Führerschein-Pflichtumtausch wurden wir im vergangenen Winter quasi überrannt. Ab Ende November kamen wöchentlich mehrere hundert Fälle rein. Das konnte dann nicht mehr bewältigt werden und hat zu einem hohen Rückstand geführt. Wir haben jetzt noch einen Stau von rund 800 Anträgen und hoffen bis Ende April wieder auf dem Laufenden zu sein.“

Auch die Ersterteilung von Fahrerlaubnissen stieg auf einen Rekordwert von 3.533. Das sind zum Beispiel rund ein Drittel mehr als noch 2019.

Daneben wusste Kienberger zu berichten, dass für den Pflichtumtausch wie auch andere Anträge bei der Führerscheinstelle nun auch Online-Anträge möglich sind. Beim Pflichtumtausch beantwortet der zentrale Bürgerservice am Landratsamt Fragen zum Verfahren. Terminbuchungen für den Pflichtumtausch sind nicht mehr möglich. „Damit wollen wir die Sachbearbeiter entlasten. Wir haben mehrere Maßnahmen ein- und durchgeführt, um im Bereich der Führerscheinstelle den Verfahrensstau abbauen zu können. Diese Maßnahmen zeigen Wirkung und dabei bedanke ich mich sowohl für die Geduld der Bürgerinnen und Bürger wie auch den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Landrat Josef Laumer. Und Rita Kienberger hofft, dass beim Pflichtumtausch künftig nicht erst kurz vor den Stichtagen der große Run beginnt, sondern die Umtauschpflichtigen sich – auch im eigenen Interesse - rechtzeitig darum kümmern.

In der Zulassungsstelle waren im Jahr 2025 insgesamt 37.790 Vorgänge angefallen. Dazu zählen unter anderem Neuzulassungen, Erstzulassungen von Gebrauchtfahrzeugen, Umschreibungen, Wiederzulassungen, Außerbetriebsetzungen, Halterdaten-Änderungen, technische Änderungen und Umkennzeichnungen.

Dies ist ein Anstieg von über 25 Prozent gegenüber 2024. Prozentual sank der Anteil an Neuzulassungen von E- und Hybridautos im Vergleich zum Vorjahr und liegt unter 30 Prozent der Neuzulassungen. Im Vorjahr waren es noch mehr als 40 Prozent der zugelassenen Neufahrzeuge. Insgesamt sind im Landkreis knapp 116.000 Zivilfahrzeuge aller Art (PKW, LKW, Bus, Zugmaschinen, Krafträder, Anhänger, SFZ) zugelassen (2024: ca. 114.000) - 72.424 davon sind PKW. Insgesamt liegt der Bestand darunter an reinen E-Autos bei 3.025 und bei Hybrid-PKW bei 5.343 – also zusammen gut 11 Prozent am Gesamt-Bestand.

Für die Straßenverkehrsbehörde stellte Rita Kienberger überwiegend steigende Antragszahlen vor: 416 Baustellen-Anordnungen, 54 Erlaubnisse für Veranstaltungen, 5.059 Stellungnahmen und 418 Genehmigungen für Schwertransporte habe man hier im vergangenen Jahr bearbeitet.

In ihrer Funktion als Verkehrssicherheitsbeauftragte des Landkreises berichtete sie abschließend über die Verkehrsschauen der Unfallkommission, von denen man im Jahr 2025 14 mit 134 Ortseinsichten durchgeführt habe. Insbesondere an unfallauffälligen Stellen nehme die Unfallkommission zeitnah Ortseinsicht und bemühe sich, die Ursachen der Unfälle zu ermitteln und nach Möglichkeit mit gezielter Beschilderung Abhilfe zu schaffen. 

Manchmal würde aber auch die Einhaltung der allgemeinen Vorschriften der StVO schon ausreichen, um Unfälle zur vermeiden, in anderen Fällen müssten auch bauliche Maßnahmen ergriffen werden.

So wusste Tiefbauamtsleiter Markus Fischer unter anderem davon zu berichten, dass im Jahr 2026 bei Rattiszell ein Kreisverkehr angelegt werde, um den immer wieder auftretenden Kreuzungsunfällen am Knotenpunkt der Staatsstraße St2326 mit den Kreisstraßen SR13 und SR68 zu begegnen. Insgesamt ging Fischer auf die wichtigsten Baumaßnahmen an Kreisstraßen im Jahr 2025 sowie die geplanten Maßnahmen für 2026 ein. „Aus den Haushaltsmitteln der Um- und Ausbauvorhaben konnten 2025 rund 2,817 km und aus der Haushaltsstelle Deckenbau rund 11,320 km an Kreisstraßen saniert werden. Dies ergibt insgesamt eine Erneuerungslänge von rund 14,137 km. Dies entspricht etwa einer Sanierungsquote von 2,60 % bezogen auf das gesamte Kreisstraßennetz“, so Fischer.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Vortrag von Karl Lausch (Dekra) zur Tätigkeit eines unfallanalytischen Sachverständigen, der diese Arbeit anschaulich und beeindruckend präsentierte. Anhand eines Beispiels wurde dabei auch deutlich, wie Unfälle vermieden werden könnten oder glimpflicher verlaufen würden, wenn alle Verkehrsteilnehmer mit der vorgeschriebenen bzw. angepasster Geschwindigkeit unterwegs wären.  

„Das war ein hervorragender Abschluss der Veranstaltung, denn Karl Lausch ist eine niederbayernweit geachtete Koryphäe auf diesem Gebiet, der hervorragende Einblicke geben konnte“, resümierte Landrat Josef Laumer am Ende.